Gurtenbiene.ch
Volk Lorenzo I bekommt den zweiten Honigraum.

Zweiter Honigraum für die Bienen auf dem Gurten

Wetter: 18º C, meist sonnig

Die kommenden schon fast warmen Tage am Wochenende und die relativ positive, vorhersehbare Wetterentwicklung sind Grund genug. Am Standort Gurten erhielten die Wirtschaftsvölker den zweiten Honigraum aufgesetzt.

Zweiter Honigraum für Volk LS Lorenzo I (gelbe Beute) und LS Violett.

Die Löwenzahnblüte auf dem Gurten entwickelt sich langsam zu einer Massentracht. Der Effekt der letzten, relativ warmen Tage ist deutlich zu sehen. Zusehends hüllt sich der Gruten in ein gelbes Blütenmeer.
Volk LS Rot hat bereits wieder gut ein Drittel des ersten Honigraums mit Nektar und jungem Honig gefüllt. Entsprechend wurde es Zeit, den Wirtschaftsvölkern an diesem Standort den zweiten Honigraum aufzusetzen.

Da die längerfristigen Wetterprognosen zwischenzeitlich Temperaturen von 14º bis 17º C, aber auch immer wieder Regen vorhersehen, können wir in den kommenden zwei Wochen nicht mit einem enormen Eintrag rechnen. Daher wurde der zweite Honigraum mittig mit 6 ausgebauten Waben und auf beiden Seiten mit zwei Mittelwänden bestückt. Ein, zwei Stunden Sonne und etwas Nektar sollte wohl an den meisten Tagen vorhanden sein. Entsprechend sind die Bienen bei Regen mit dem Ausbau des Honigraums beschäftigt, wenn sie den Platz denn benötigen werden.

Der erste Honigraum gehört dem Volk

Wer althergebracht imkert, wird wohl über den Zeitpunkt des Aufsetzens des zweiten Honigraums bevor die Tracht wirklich richtig einsetzt, den Kopf schütteln. Verständlich.

Die erste Zarge über dem Absperrgitter als Honigraum zu bezeichnen ist etwas unglücklich. Im Angepassten Brutraum, der mit Langstroth ⅔ Flachzargen sehr eng gehalten wird, entwickeln die Bienen über dem Absperrgitter ein ausgeprägtes «virtuelles Brutnest», da unter dem Absperrgitter fast ausschliesslich Brut vorhanden ist. Der habkreisförmige, leere Wabenbereich dient als Umschlagplatz zwischen Stockbienen und Sammlerinnen. Auch brutnah benötigtes Futter und frischer Pollen werden kurzzeitig in der Nähe des Absperrgitters eingelagert. Honig wird in dieser ersten Zarge nur wie ein Futterkranz seitlich und oberhalb des «virtuellen Brutnestes» eingelagert und verdeckelt.
Das «virtuelle Brutnest» soll nur bei sehr starken Massentrachten (z.B. riesige Rapsfelder) verschwinden. Solche haben wir aber an keinem unserer Standorte.
Diese Zarge wurde den Wirtschaftsvölkern am 28. März bereits aufgesetzt, damit die stark zunehmende Bienenmasse genügend Platz zur Verfügung hat.

Der zweite Honigraum stellt folglich die erste Zarge dar, mit der schlussendlich Honig geerntet werden kann und entspricht so der ersten Homigraumzarge, die in der klassischen Imkerei mit dem Beginn der Tracht aufgesetzt wird.

Volk LS Blau: Kontrolle der Brut vor dem Aussetzen des ersten Honigraums

Erster Honigraum für die beiden Schwächlinge

Die beiden, bis jetzt einzargig geführten Schwächlinge Volk LS Blau und LS Hellblau wurden heute genauer kontrolliert, sind doch gerade solche Völker immer wieder gerne Brutstätte von Krankheiten. Es wurde ausschliesslich gesunde Brut in allen Stadien gefunden. Einfach nur auf vier bis fünf Waben. Damit hinken sie den anderen Völkern weit hinterher.

Volk LS Blau: Brut gesund und in allen Stadien, aber auf nur vier Waben vorhanden. Bei beiden Waben neben dem Schied handelt es sich um Futterwaben.

Wenn wir die Bienenmasse nicht in der angedachten Zucht verwerten möchten, sollten solche Völker so früh wie möglich im Jahr aufgelöst werden.

Solche Völker verbrauchen überproportional viel Futter, welches in der Beute in Form von Futterwaben oder Futterteig zur Verfügung stehen muss. Das kleine Volk ist mit der Brut beschäftigt und besitzt zu wenige Sammlerinnen, die gerade bei diesen Wetterbedingungen nicht in der Lage sind, das Volk auch nur annähernd mit frischem Nektar zu versorgen.
Der Imker tut sich mit solchen Völkern also keinen Gefallen. Die Bienen sind sich ihrer Situation sehr wohl bewusst. Der Bien kann die Situation zu verbessern suchen, in dem er sich neue Königinnen zieht. Zieht die alte Königin aber mit einem Schwarm aus, hat man am Schluss zwei kaum überlebensfähige Mini-Völkchen.

Damit das kleine Brutnest nicht auch noch durch den Eintrag von Nektar eingeschränkt wird, erhielten auch diese beiden Völkchen ihren ersten Honigraum.

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