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Angepasster Brutraum mit Langstroth Flachzargen

Journal: Unsere Beobachtungen & Bemerkungen

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20. Februar 2021

Situation vor der Reduktion auf eine Zarge

Unsere erstmals zweizargig, thermoisoliert in zwei Kammern überwinterten Völker bebrüten 3 bis 5 Waben in der Brutkammer. Nicht alle Völker hatten im vergangenen Herbst die Kammer mit 3 Waben als ihren Wintersitz auserkoren. Einige wenige haben die Kammer mit 4 Waben gewählt als Sitzt gewählt.

Bei der Überwinterung der vergangenen Jahren, waren die Völker zu dieser Jahreszeit meist schon in die obere Zarge gewandert und hatten schon soviel Futter verbraucht, dass es dort Platz für ein entsprechendes Brutnest in der oberen Zarge gab. Die untere Zarge wurde entsprechend schlechter gewärmt und folglich kondensierte vermehrt die Feuchtigkeit an den Waben. Schimmel fand so sein bevorzugtes Klima im «unteren Stockwerk».
Bei der diesjährigen Überwinterung mit Thermoisolation verschoben viele Völker ihren Sitz nicht in die obere Zarge und begannen in der unteren Zarge mit dem Aufbau des Brutnestes.

Auch interessant ist die Situation des Futters:
In der unteren Futterkammer wurden, wenn überhaupt, die äussere Futterwaben angefressen. Die Waben zur Brutkammer hin waren nach wie vor verdeckelt.
In der oberen Zarge waren die Waben direkt über dem Brutnest (obere Brutkammer) verdeckelt. In der oberen Futterkammer hatten die Bienen aber begonnen, die an die Brutkammer angrenzenden Futterwaben auszufressen.

Die Bienen gehen also recht strategisch und auf Nummer Sicher mit ihren Vorräten um.
Die Vorräte direkt neben und über dem Brutnest werden möglichst lange nicht angetastet. So besitzt das Volk gut erwärmte Vorräte direkt über der Brut und, sollten längere Zeit widrige Bedingungen herrschen, dann einen grösseren Notvorrat in der selben Zarge wie die Brut.
Die Vorräte, die sie in der oberen Futterkammer aber nutzen wollten, sind sie auf dem kürzesten Weg angegangen. Eventuell war auch hier die Temperatur des Futters ausschlaggebend. Es handelt sich um das am Meisten erwärmte Futter, welches sich nicht direkt über dem Brutnest befindet.
So zeigt es sich einmal mehr, dass Bienen sehr haushälterisch mit Energieressourcen jeglicher Form umgehen. Die thermoisolierten Völker verbrauchten bis hier her etwa 1.5 bis maximal 2.5 kg ihres eingelagerten Winterfutters und haben bereits zirka 2 bis 3 Brutzyklen aufgezogen.

Beim Einengen auf eine Zarge fielen etliche, überzählige Futterwaben an, die tiefgekühlt eingelagert wurden. Da die Beuten trocken waren und keinen Schimmel zeigten, kann das Futter wohl mit gutem Gewissen nochmals kurz eingelagert werden. Winterfutter aus feuchten Zargen entsorgen wir normalerweise über den Dampfwachsschmelzer.

06. Februar 2021

Schwache Völker werden keine Überfllieger!

An beiden Bienenständen hatten wir jeweils ein schwaches Volk, welches sich komplett auf die obere Zarge zurückgezogen hatte. Die beiden Völker waren zu klein, um selbst die thermoisolierte Beute vollständig zu heizen. Die unteren Zargen waren feucht, schimmlig und das dort noch reichlich vorhandene Futter roch säuerlich.

Beide Völker kamen schon im vergangenen Jahr nicht so richtig «in die Pötte» und hätten im vergangenen Herbst mit einem starken Volk vereinigt werden müssen. Hier bewirkt auch keine Thermosiolation, oder Angepasster Brutraum irgendwelche Wunder.

25. / 26. Dezember 2020

Winterbehandlung bei -3º C im Schleier

Ein erster auffälliger Unterschied zeigte sich bei der Winterbehandlung deutlich: Wir mussten einen Schleier bei der Behandlung tragen.

Deutlich zu sehen: Der Wintersitz der Bienen in der Brutkammer

Auch diese Jahr behandelten wir unsere Völker in der brutfreien Phase wieder mit sublimierter Oxalsäure mittels Oxomat.
Die Überwinterung in zwei Kammern scheint offensichtlich einen deutlichen Unterschied auszumachen. Die Bienen waren so agil und verärgert über die Störung, dass wir gezwungen waren, den Schleier anzuziehen. Die Bienen waren sogar so warm, dass sie danach ohne Probleme auch den Weg durch das Flugloch zurück in die Beute zurück legen konnten.