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Schwarm in neue Beute einlogieren

Nach der Kellerhaft wird der Schwarm in eine neue Beute einlogiert.

Da sich die Damen im Dunklen und Kühlen beruhigen konnten und ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln, kann die neue Beute am selben Standort aufgestellt werden, wo sich auch das Muttervolk befindet. Bisher konnten wir nicht beobachaten dass die Flugbienen des Schwarms signifikant wieder in ihren alten Stock zurück fliegen, selbst wenn die neue Beute direkt daneben aufgestellt wird.

Der Gemeinsinn eines Bienenvolkes nimmt ab, sobald es in Schwarmstimmung kommt. Lässt der Imker den natürlichen Trieb der Bienen zu und lässt sie schwärmen, dann fliegen mit der ausziehenden Königin nur jene Bienen mit, die sich zu «ihrer Majestät auch bekennen».

Dies gilt nicht für einen Kunstschwarm. Hierbei greift der Imker in das Volk ein und entnimmt Bienen (evtl. auch die Königin) um sie zu einem neuen Volk aufzubauen.

Schwarmbox
Ist die Königin in der Schwarmbox, dann fliegt der Schwarm bis Sonnenuntergang komplett ein.

Benötigtes Material:

  • neue Beute
  • Handzerstäuber mit Wasser
  • Bruträhmchen mit eingelöteten Mittelwänden
  • Futtergefäss für Zuckersirup
  • Evtl. Bienentrichter

 

Bienenvolk läuft in Beute ein.
Ein Bienenvolk läuft über einen Trichter in eine Schweizer Magazinbeute ein. Dabei handelt es sich nicht um einen Schwarm, da die Waben bereits ausgebaut sind!

 

Vorgehen:

  • Beute am vorgesehen Ort aufstellen und 3 Bruträhmchen / kg Schwarmmasse*) einhängen.
  • Fugloch der Beute verschliessen.
  • Evtl. Bienentrichter platzieren.
  • Der Schwarm in der Box wird sich am Deckel zusammen gezogen haben. Durch einen kräftigen Schlag den Schwarm auf den Kistenboden abschlagen, vorsichtig den Deckel öffnen und die Bienen ausgiebig mit Wasser besprühen um ein Auffliegen beim Einkehren verhindern. Alternativ kann auch der Kistenboden geöffnet werden und die Bienen mit Wasser besprüht werden. Damit verhindert man den Schreck des Abschlagens auf den Kistenboden.
  • Schwarm in die neue Beute einkehren und einlaufen lassen.
  • Beute verschliessen und Futtergefäss aufsetzen.
  • Flugloch auf kanpp 1 cm bis maximal 2 cm öffnen. Da der Schwarm gefüttert werden muss, sollte das Flugloch möglichst klein gehalten werden um Räuberei zu verhindern.
  • Abends füttern (siehe Fütterung).

Nach dem einlogieren:

  • Brutwaben mit ca. einer Mittelwand / Woche erweitern.
  • Nach zirka 14 Tagen auf Weiselrichtigkeit (Königin vorhanden) kontrollieren: Sind Stifte vorhanden?**)
  • Die brutfreie Zeit von mindestens 14 Tagen kann zur Varoabehandlung (Oxalsäure) genutzt werden.

Wasser statt Rauch!

Viele Imker arbeiten mit Rauch um die Bienen «zu beruhigen». Die Bienen arbeiten dann einen Brandalarm ab und verschwinden in die Wabengassen, saugen sich mit Futter voll um im Ernstfall Reserve dabei zu haben. Durch die Futteraufnahme werden sie etwas träger. Da wir die Bienen auf neue Mittelwände einkehren, funktioniert der Rauch nicht. Daher muss mit einem wassergefüllten Handzerstäuber gearbeitet werden. Der Handzerstäuber funktioniert auch gut als Rauchersatz bei sonstigen Arbeiten.

Eingeschlagener Schwarm in Apidea-5 Jungvolkkasten
Ein in einen Apidea5 Jungvolkkasten eingeschlagener Miniaturschwarm. Das Volk erfrohr wenige Tage später während der Kälteperiode des Frühling 2017.

Fütterung

Der frisch einlogierte Schwarm wird jeweils abends mit dünnem Zuckerwasser (600 g Zucker / 1 l Wasser) gefüttert, bis die zu Beginn installierten Mittelwände ausgebaut sind. Die Bienen verbrauchen hierbei 3 – 8 Liter Zuckerwasser.

Eine abendliche Fütterung, kurz vor Sonnenuntergang und ein möglichst enges Flugloch (1 bis max. 2 cm) verhindern Räuberei der benachbarten Bienenstöcke.

*) Die Angaben beziehen sich auf die Schweizer Brutwabe mit einer Mittelwanddimmension von 264 x 335 mm.

**) Keine Panik, wenn gleich nach 14 Tagen keine Stifte zu sehen sind! Bei uns hat es auch schon gut 3 Wochen gedauert, bis Stifte vorhanden waren. 😉